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Was ist eine Sozialpädagogische Psychologie?

Hürden und Chancen

Es wird bereits deutlich, dass eine Sozialpädagogische Psychologie kein Selbstgänger ist. Soziale Arbeit und Psychologie gehen grundsätzlich von einem unterschiedlichen Setting und Klientel aus. Das Setting in der Psychologie ist insgesamt weniger komplex als das der Sozialen Arbeit; es gibt definiertere professionelle Rollen, was zu einer klareren Abgrenzung gegenüber Nachbardisziplinen führt, der Expertenstatus ist gesellschaftlich anerkannter, dabei inhaltlich begrenzter. Dazu kommt, das der/die PsychologIn i. d. R. aufgesucht wird, ganz im Gegensatz zum/r SozialarbeiterIn. Die Zielgruppe der Psychologie fällt insgesamt weniger durch Multiproblematik auf, beinhaltet weniger bildungsferne KlientInnen und ist ebenso weniger durch soziale Benachteiligung und daraus resultierende Barrieren charakterisiert als die Klientel der Sozialen Arbeit. Psychologische Studien zu den in der Sozialen Arbeit relevanten Bevölkerungsgruppen fehlen weitestgehend, psychologische Befunde lassen sich folglich nicht einfach übertragen!
Transferprobleme psychologischer Theorien, Befunde und Methoden in das Setting „Soziale Arbeit“ entstehen vor allem durch Sprach- und Bildungshürden, einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne der KlientInnen sowie einer Parallelität zahlreicher Krisenherde (juristisch, finanziell, medizinisch etc.), die die Relevanz eines psychologischen Fokus´ infrage stellt, vor allem da i. d. R. die notwendigen Ressourcen für eine solche Arbeit (Wissen/Kompetenzen, Zeit, Räumlichkeiten, Personen) nicht ausreichend vorhanden sind.

Sozialpädagogisch-psychologische Forschung stellt daher eine große Herausforderung dar; eine ganze Reihe von Stolpersteinen – zum Beispiel können Fragebögen nicht einfach übernommen werden, da sie fast ausschließlich zu hochschwellig sind und von den Befragten nicht verstanden werden – müssen aus dem Weg geräumt werden. Dennoch gilt: Die Psychologie ist die Wissenschaft des Erlebens und Verhaltens von Menschen – wer sollte die Soziale Arbeit besser bereichern und ergänzen können als sie? Die Psychologie verfügt zudem grundsätzlich über Wissen und methodisches Handwerkszeug, das in der Sozialen Arbeit gebraucht wird. Dazu zählen u. a. Konfliktklärungskompetenz; Beratungskompetenz, Wissen über kindliche Entwicklung, Wissen über psychische Störungen etc..