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Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie einen individuellen, auf Ihre Einrichtung zugeschnittenen, Workshop wünschen.
 

Fortbildungsbausteine zum Thema 'Ressourcenorientierung & Netzwerkarbeit'

Die folgenden Bausteine zum Thema 'Ressourcenorientierung und Netzwerkarbeit' bieten wir Ihnen als Inhouse-Schulungen an. Sie sollen Soziale Einrichtungen dazu befähigen, die individuellen und sozialen Ressourcen ihrer KlientInnen systematisch zu identifizieren und zu aktivieren und somit für eine effektive Hilfegestaltung nutzbar zu machen. Ressourcenorientierung versteht sich dabei als eine grundlegende Arbeitshaltung, die den Blick auf die Ziele und Potenziale der KlientInnen richtet, um Selbstwirksamkeitserleben und Selbstverantwortung zu stärken. Ressourcen werden als Basis jeder konstruktiven Entwicklung verstanden und daher als unabdingbar für einen hilfreichen Umgang mit Belastungen und für Problemlösungen erkannt. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass zwar jeder Mensch über Ressourcen verfügt, nicht aber automatisch ohne Unterstützung in der Lage ist, diese zu erkennen und zu nutzen. Methodische Transparenz und Strukturiertheit im ressourcenorientierten Vorgehen sind daher zwei tragende Säulen, damit Empowerment gelingt.

  1. Ressourcenanalyse
    Kreative und kognitive Methoden zum Aufspüren von personalen Ressourcen (eigene Fähigkeiten, eigene Identität, eigene Bewältigungsstrategien etc.), Familienkultur als Ressource; Vermittlung einer ressourcenorientierten Grundhaltung. Die Methoden werden am eigenen Beispiel geübt, um die Wirkung eines ressourcenorientierten Vorgehens erlebbar zu machen.
  2. Netzwerk- und Unterstützungsanalyse
    Kreative und kognitive Methoden zur Analyse des eigenen sozialen Netzwerkes, insbesondere seines informellen Teils, der sozialen Eingebundenheit in Gruppen sowie der sozialräumlichen Umgebungsressourcen; Beschäftigung mit den unterschiedlichen Arten sozialer Unterstützung, mit der Passung zwischen Unterstützungsbedarf und Unterstützungsangebot und mit der notwendigen Balance zwischen Nehmen und Geben in Unterstützungsbeziehungen. Es wird am eigenen Beispiel sowie an Fallbeispielen geübt.
  3. Netzwerk- und Ressourcenaktivierung mit der Ressourcenorientierten Beratung
    Die Ressourcenorientierte Beratung ist eine strukturierte Möglichkeit, die KlientInnen bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen, indem konsequent die personalen Ressourcen und das eigene Netzwerk in die Handlungsplanung einbezogen werden. Die Ressourcenorientierte Beratung folgt dabei in vier Phasen Erkenntnissen, wie Menschen optimalerweise Ziele erreichen (Zielkonkretisierung – Handlungsplan – Risikocheck – konkrete Umsetzung). Es wird zunächst am eigenen Beispiel und anschließend an Fallbeispielen geübt.
  4. Netzwerk- und Ressourcenaktivierung mit der Ressourcenorientierten Netzwerkmoderation
    Die Ressourcenorientierte Netzwerkmoderation ist eine fortgeschrittene Methode der informellen Netzwerkarbeit. Das Vorgehen wird in den USA seit langem sehr erfolgreich praktiziert. Wichtige Netzwerkmitglieder werden zu einem moderierten Treffen eingeladen, um gemeinsam einen Unterstützungsplan für den/die KlientIn zu entwickeln. Moderationshaltung und Moderationsphasen werden an Fallbeispielen geübt.
  5. Aufspüren und Stärkung innerer Ressourcen
    Neben sozialen Ressourcen und nach außen hin sichtbaren Kompetenzen hat jeder Mensch die Fähigkeit, innere Bilder als Ressource zu nutzen (innerer sicherer Ort, innere Helfer, innerer Tresor). Die Methoden zur Identifikation und zur Stärkung dieser inneren Ressourcen kommen aus der Stabilisierungsarbeit, wie sie im Rahmen der Traumatherapie nach Luise Reddemann und Michaela Huber durchgeführt wird. Insofern profitieren besonders traumatisierte KlientInnen von einem solchen Vorgehen. Aber auch zur Selbstfürsorge als Schutz vor Sekundärtraumatisierung der professionellen HelferInnen sind die Übungen sehr relevant.
  6. Ressourcenorientierte Leitungskompetenz
    Übertragung der Methoden der Ressourcenanalyse und -aktivierung auf die Mitarbeiterführung. Wie lassen sich die Vernetzung sowie die vielfältigen Kompetenzen und Potenziale der MitarbeiterInnen für die Einrichtung sichtbar und bestenfalls nutzbar machen? Wie lässt sich eine Unterstützungskultur implementieren? Ein Teil dieses Moduls beschäftigt sich auch mit der Methode der Transfergespräche, die Leitungskräfte in strukturierter Form mit MitarbeiterInnen führen, um sie dabei zu unterstützen, das in Fortbildungen Gelernte in den Alltag der Berufspraxis zu transferieren.
  7. Praxisbegleitung
    Die Praxisbegleitung hilft beim Transfer des Gelernten in den Alltag. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Einbringen eigener Erfahrungen in Form von Fällen und Projekten. Fragen werden geklärt, Stolpersteine und Erfolgserlebnisse besprochen. Neue Inhalte werden nicht vermittelt. Die Praxisbegleitung findet zwischen den einzelnen Modulen statt.

Was ist daran psychologisch?
Die Fortbildungsinhalte wurden unter Berücksichtigung sozial- und kognitionspsychologischer Konzepte, Theorien und Befunde entwickelt.
Die Methoden der Ressourcenorientierung und Netzwerkarbeit, wie wir sie vermitteln, ermöglicht den Betroffenen ein Verstehen psychischer Gesetzmäßigkeiten und eigener Besonderheiten, das wiederum die Grundlage für das Erreichen selbstgesteckter Ziele und damit einhergehenden bewussten Persönlichkeitsentwicklung ist. Es geht immer auch darum: Welche Logik steckt hinter der jeweiligen Methode, wozu nützt sie? Welche Haltung transportiert sie? Wo macht ihre Anwendung einen Unterschied? Wie kann sie von den betroffenen KlientInnen selbständig im Rahmen eines systematischen Selbstcoaching weiterverwendet werden? Das ist ein sehr psychologischer Ansatz. Ein wichtiges Ziel ist beispielsweise, die Fähigkeit, das eigene Unterstützungsnetzwerk zu pflegen, also eine Art Netzwerkkompetenz zu erwerben. Dazu muss ich u.a. verstehen, was mich selber daran hindert, andere um einen Gefallen zu bitten oder was andere daran hindern kann diesen Gefallen zu tun. Ich muss lernen, wie Unterstützungsbeziehungen funktionieren, wissen, dass ich beispielsweise auf eine Balance zwischen Nehmen und Geben achten muss. Und noch wichtiger: Ich muss ein Gefühl dafür bekommen, welcher Umgang mit dem eigenen sozialen Netzwerk zu mir und meinen Beziehungsvorstellungen passt. All das stellt sich nicht einfach ein, sondern verlangt eine systematische Reflexion. Den SozialpädagogInnen wird der Wert eines solchen transparent psychologischen Vorgehens vermittelt und sie werden darin angeleitet, auf diese Weise ihren KlientInnen gegenüberzutreten.

Was ist daran forschungsbasiert?
DIe Methoden der Ressourcenorientierung und Netzwerkarbeit wurden im Sinne des bereits beschriebenen Wissenschafts-Praxis-Kreislaufs entwickelt und beforscht. Sie haben bereits zahlreiche Feedbackschlaufen durchlaufen, was ihre Praktikabilität, ihre (Klienten-)Akzeptanz und ihre Implementierungschancen betrifft und ihren Wert als Haltung ändernde und Effektivität steigernde Maßnahme in der Sozialen Arbeit in verschiedenen Forschungsprojekten bewiesen. Bei Interesse sei auf die Dissertation von Sibylle Friedrich verwiesen, die in der Staatsbibliothek online frei zugänglich ist.